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Albrecht Goebel
Kultur muß allen zugänglich sein


Gespräch mit Alois Kottmann


Die eigene Ausbildung

Albrecht Goebel:
Wenn man Sie für unsere Leser und Leserinnen charakterisieren sollte, so ließe sich folgendes sagen: Sie gehören zu jenen Personen in Frankfurt am Main, die man getrost als "musikalische Institution" bezeichnen darf. Sie wurden zwar in Hanau geboren und besuchten dort die höhere Schule, doch spielte sich Ihre Berufstätigkeit als angesehener Geiger, bekannter Geigenlehrer am ehrwürdigen Dr. Hoch´schen Konservatorium und an der Musikhochschule sowie als Organisator zahlreicher musikalischer Aktivitäten vor allem in Frankfurt ab. Eine gewisse Ausnahme stellen die Hofheimer Musiktage dar, die sie in Ihrem jetzigen Wohnort vor elf Jahren gründeten und mit denen Sie und Ihr Jugendfreund Günter Ludwig von der Musikhochschule Köln pädagogische Ziele verfolgen, über die wir nachher noch sprechen werden. Bitte berichten Sie zunächst über Ihre musikalische Ausbildung und prägende musikalische Eindrücke.


Alois Kottmann:
Den Anstoß, Musiker zu werden, verdanke ich eigentlich meinen Eltern, insbesondere meiner Mutter. Sie liebte Musik und setzte alles daran, ihre drei Kinder musikalisch ausbilden zu lassen. Mein Vater, ein in Hanau bekannter Silberschmied, unterstützte meine Mutter, das heißt, er kümmerte sich vor allem darum, das Geld für die Musikstunden zu verdienen. Wir gehörten nicht zu dem, was man "Bildungsbürgertum" nennt, und dies habe ich viele Jahre gerade im Kontakt mit solchen Freunden, Mitschülern und Mitstudenten gespürt, die aus kulturell gebildeten Familien stammten. Glauben sie mir: ein Wechsel vom Handwerker- ins Bildungsbürgermilieu ist eine schwierige Sache. Um so dankbarer bin ich dafür, dass ich früh solche Freunde fand, die aus bildungsbürgerlichen Verhältnissen kamen und deren Eltern mich bereitwillig aufnahmen.
Besonders dankbar bin ich der Hanauer Familie Hölscher, bei der ich eine zweite Heimat fand und die mir den Bereich der großen Musik, überhaupt der großen bürgerlichen Kultur erschließen half. Mein Jugendfreund Gerd Hölscher ist heute Professor an der Würzburger Musikhochschule.
Lassen sie mich schon hier eines feststellen: Bereits in meiner Jugendzeit bildete sich in mir das Bewusstsein heraus, dass kulturelle Werte, die sogenannte große Kultur, allen, die Interesse haben, zugänglich sein muss. Für ebenso wichtig halte ich es, dass die Gesellschaft solche Lehrer bereitstellt, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene sachkundig in die Kultur einführen.


     
 
www.alois-kottmann.de
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