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Hans-Klaus Jungheinrich
Der Geiger Alois Kottmann
Laudatio anlässlich der Verleihung der "August-Gaul-Plakette"
der Stadt Hanau am 20. Juni 1999


Wer hat die Geige erschaffen, Gott oder der Teufel? Die Zuschreibungen sind widersprüchlich. Erinnern wir uns an Tartinis Teufelstriller, an den Teufelsgeiger Paganini, an den Tod als "schwarzen Geiger", an Doktor Mirakel, den mit dämonischem Violinspiel mordenden Arzt aus "Hoffmanns Erzählungen". Andererseits sind auch die engelhaftesten Klangseligkeiten mit dem Geigensolo assoziiert, denken Sie an das "Benedictus" aus Beethovens "Missa Solemnis". Oder an all die von unseren Großmüttern so geliebten langsamen Sätze jener romantischen Violinkonzerte. Die Geige und das Geigenspiel haben offenbar unterschiedliche Herkünfte, reinen und unreinen Geistes, aus friedfertiger materialer Sinnlichkeit und bohrender Geistigkeit gemischt, sinnliches Scheinen der Idee und gefährlich idealtypische Verdichtung des bloß Scheinhaften, Glitzernden, Verführerischen, Teuflischen. Dem Nichtplatoniker will gerade das ans Diabolische grenzende Geistige interessanter erscheinen als die geläuterte Materialschönheit, das gleichsam paradiesisch Helle und schlackenlos Serene einer geigerischen Professionalität, die im schönen Klang aufgeht und ihn vergottet als ein nicht Hintergehbares, Absolutes.




     
 
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