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Im österreichischen Strobl am Wolfgangsee hielt Max Rostal seine ersten Meisterkurse nach dem zweiten Weltkrieg ab.
Bürgermeister Franz Unterberger bei der Enthüllung einer Gedenktafel im Juli 2002.

 

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Albrecht Goebel:
Wie haben Sie Rostal als Violinpädagogen in Erinnerung? Aus welchen Gründen zog er so viele Meisterschüler an?


Alois Kottmann:
Natürlich war es für einen jungen Geiger im Nachkriegs-Deutschland spannend, den Assistenten Carl Fleschs im Unterricht zu erleben. Mit der Person Rostals war internationales Flair verbunden, was man gerade nach dem "Dritten Reich" besonders schätzte. Meine Erfahrungen machte ich im Wesentlichen im Kurs. Rostal hörte sich das zu studierende Werk in einer Atmosphäre konzentrierten Interesses am Menschen, der vor ihm stand, an; vor allem suchte er die künstlerische Intention des Schülers zu erfassen. Prinzipiell stellte er das Positive seines Eindrucks an den Anfang seiner Beurteilung und machte erst dann kritische Einwände und Vorschläge für Verbesserungen von Geigenton, Stil u.a. Dabei schien er bemüht, dem Schüler die künstlerische Wirkung des eigenen Violinspiels bewusst zu machen. Hohe Achtung zollte er Tugenden wie Fleiß, Zielstrebigkeit und künstlerische Ernsthaftigkeit. Rostal redete nicht um die Dinge herum, wie er auch die heiklen Stellen der Studienstücke selbst vorspielte, niemals prahlte und die eigene Mühe mit schwierigen Passagen einräumte.
Über die Palette seines breiten Könnens konnte man nur staunen, und er ertrug es mit feiner Gelassenheit, wenn jemand über ein Musikstück anderer Meinung war – vorausgesetzt, man hatte konsequent gearbeitet und über die Komposition und deren Interpretation nachgedacht.


     
 
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